Anlagetipps zur Geldanlage
Die Finanzkrise ist vom amerikanischen Kontinent nach Europa geschwappt und erreicht nun die deutschen Finanzmärkte. Anleger müssen nun gut überlegen, wie Sie ihr erspartes Geld am effektivsten anlegen können und für die persönlichen Bedürfnisse verfügbar halten.
Es besteht aber kein Grund zur Panik, denn die europäischen Finanzinstitute werden von einer stabile Grundlage und Absicherung gestützt und sind nicht wie in den USA von "faulen" Krediten betroffen, eine Massenpleite steht uns also nicht bevor.
In Deutschland angelegtes Geld ist über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken abgesichert, so dass niemand einen Komplettverlust seiner lange ersparten Summe fürchten muss.
Auch europäische Banken, ob französisch, isländisch, etc. bieten einen Einlagensicherungsschutz, der zwar nicht auf einem so hohen Level wie der deutsche liegt, doch bis zu einer Summe von minimal 20.000 Euro sind auch hier die Einlagen sicher. Achten Sie aber immer genau auf die Detailangaben, bevor Sie ein Sparkonto einer Ihnen unbekannten Bank eröffnen.
In der aktuellen Finanzlage ist es nun also wichtig, dass das zur Verfügung stehende Geld in die richtige Anlageform investiert wird, damit Ihr Erspartes sicher und rentabel liegt. Es sollte auch kein Geld zuhause gebunkert werden, denn Geld verliert mit der Inflation an Wert (ca. 2-3%/Jahr). Lassen Sie Ihr Geld also niemals ungenutzt liegen, denn es wird weniger.
Nun besteht die Frage: Wie und wo lege ich mein Geld am besten und am rentablesten an? Wir haben Ihnen einmal kurz und knapp zusammengestellt, was es mit den verschiedenen Geldanlageformen auf sich hat:
Tagesgeld
Die Zinsen für gute Tagesgeldkonten liegen derzeit zwischen 1,5 % und 3 %. Mit weniger sollten Sie sich nicht zufrieden geben. Ein Tagesgeldkonto ist normalerweise kostenlos und unabhängig von einem Girokonto. Das Tagesgeldkonto muss also nicht bei der Bank Ihres Girokontos liegen. Das Geld, das auf dem Konto liegt, wird mit dem von der Bank aktuell angesetzten Zinsssatz verzinst und ist täglich verfügbar. Je häufiger die Verzinsung (monatlich / quartalsweise / jährlich), desto höher ist der Zinseszinseffekt, bei kleinen Anlagesummen ist dies vernachlässigbar.
Bei dieser Anlageform sollten Sie darauf achten, bis zu welcher Summe der Zinssatz gezahlt wird und vor allem, wie hoch der Basiszinssatz ist. Oftmals locken Banken Neukunden durch hohe "Lockzinsen", die dann nur für einen gewissen Zeitraum z.B. 6 Monate gelten. Wenn dies zu Ihrer Anlagestrategie passt, dann ist das Tagesgeld eine Top-Anlageform, denn Sie können jederzeit zu besseren Angeboten wechseln.
Festgeld
Ein Festgeldkonto, auch Termingeld genannt, verhält sich ähnlich zum Tagesgeldkonto. Das Festgeldkonto ist ebenso kostenlos und unabhängig vom Girokonto, jedoch nicht täglich verfügbar. Bei Abschluss des Kontos muss die Anlagesumme sowie eine feste Laufzeit bestimmt werden, das angelegte Geld ist dadurch erst nach Ablauf des Zeitraums wieder verfügbar. Da eine Bank nun aber wesentlich besser mit dem Geld planen kann, liegen auch die Zinsen auf Dauer gerechnet höher und werden für den gesamten Zeitraum garantiert. Zum Stichtag steht das Geld mitsamt Zinsen wieder zur Verfügung.
Tagesanleihe
Der Bundesschatzbrief, auch Tagesanleihe genannt, ist eine Art Anlagekonto beim Staat. Schatzbriefe sind die sichersten Papiere, die es auf dem Finanzmarkt gibt, denn der Staat ist der Schuldner und kann niemals Pleite gehen. Die Tagesanleihe ist auch täglich verfügbar, die Zinsen liegen jedoch unter den Zinsen des privaten Finanzmarktes. Da dieser in Deutschland über Einlagensicherungen verfügt, ist das Geld bei einer Bank wohl besser aufgehoben.
Aktien / Depots
Eine Aktie ist ein Anteil am Grundkapital eines Unternehmens. Es wird langfristig auf einen Erfolg und eine Steigerung des Unternehmens gehofft. Bei langfristigen Sparanlagen sollte niemals vorschnell gehandelt werden, sondern genau die Marksituation analisiert werden. Daher sind Aktien und Fonds auch keine Anlageform für Einsteiger, sondern für Finanz-Experten, die den ständigen Wandel zwischen Risiko und Möglichkeiten abschätzen können. Das A und O ist die Streuung der Geldanlage im Depot und somit die Risikoabsicherung für den Fall eines Anlage-Fehlgriffes.
Zertifikate
Zertifikate sind Schuldverschreibungen/Wertpapiere, die direkt von Banken und nicht über den Aktienmarkt vertrieben werden. Es besteht das Risiko eines Totalausfalles, wenn der Herausgeber der Zertifikate insolvent wird, wie z.B. bei den Lehman Brothers, einer der bis zur Finanzkrise grössten Investmentbanken weltweit. Von daher raten wir bei der derzeitigen unsicheren Situation definitiv von Zertifikaten als Anlageprodukt ab.
Eine ultimative Sparanlage gibt es leider nicht, der Anleger muss für sich und seine persönliche Situation selbst entscheiden, was er mit seinem Geld macht. Unsere Empfehlung in der jetzigen Finanzmarkt-Situation ist, das Geld auf ein hochverzinstes Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto zu legen! Falls die Anlagesumme stets verfügbar bleiben muss, so lohnt sich ein Tagesgeldkonto, falls eine Verfügbarkeit innerhalb eines Jahres nicht nötig ist, nutzen Sie die derzeit hohen Festgeldzinsen und legen das Geld für einen Anlagezeitraum von z.B. 12 Monaten an. Danach haben Sie es wieder zur Verfügung und können neu überlegen. Der Finanzmarkt kann sich bis dahin wieder stabilisiert haben und Zinsen von ca. 3 % sind allemal mehr wert als keine Zinsen!